Informationen für Dozierende

Möglicherweise befinden sich auch in Ihren Veranstaltungen Studierende, die mit Hindernissen aufgrund eines gesundheitlichen Problems oder einer Funktionsbeeinträchtigung konfrontiert sind.

Wie können Sie als Dozierende der Universität Zürich betroffene Studierende unterstützen?

Die Merkblätter "Studieren mit..." illustrieren Situationen von Studierenden mit Behinderung bzw. chronischer Erkrankung und zeigen mögliche Unterstützungsmassnahmen seitens der Dozierenden auf.

Die Fachstelle Studium und Behinderung klärt den individuellen Bedarf an Unterstützung und Anpassung ab und vermittelt dies den Dozierenden. Der vorerwähnte individuelle Bedarf ergibt sich aus dem Zusammenspiel zwischen a) der Auswirkung der Beeinträchtigung auf das Studium und b) den Studienanforderungen. Als Nachteilsausgleich kommen nur formelle Studien- und Prüfungsanpassungen in Frage.

Ausserdem können die Betroffenen selber am besten Auskunft über die benötigte Unterstützung geben, weil sie ihre Bedürfnisse in Situationen, die ihnen Schwierigkeiten bereiten und somit die Art des benötigten Unterstützungsbedarfs kennen.

Mit einer kurzen Ankündigung zu Beginn des Semesters können Sie den Betroffenen die Kontaktaufnahme erleichtern:

"Falls jemand von Ihnen aufgrund einer Behinderung oder chronischer Krankheit jetzt oder später Unterstützung benötigt oder Fragen hat, wenden Sie sich am Ende der Veranstaltung oder in der Sprechstunde an mich...".

Unterstützungs- und Beratungsangebote

Die Fachstelle Studium und Behinderung steht Lehrenden und Studierenden für Beratung und Organisation der Unterstützung zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Studierende mit Behinderung sind an der Universität Zürich?

Die Anzahl der Betroffenen kann nur indirekt geschätzt werden:

  • Bei der Befragung von Hollenweger et al (2005) an den Universitäten Basel und Zürich sowie der PH Zürich, haben 12% der Studierenden eine Behinderung oder chronische Krankheit deklariert. Die Hälfte davon (d.h. 6%) hat über Erschwerungen bei der Ausübung studienrelevanter Aktivitäten berichtet.
  • Bei der letzten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (2015) haben 7% der Studierenden angegeben, wegen einer Behinderung oder chronischer Krankheit im Studium beeinträchtigt zu sein.

Welche Studienerschwernisse können auftreten?

Jede Situation von Behinderung ist von persönlichen und lebensgeschichtlichen Merkmalen sowie von Umweltfaktoren geprägt. Sie ist damit einzigartig.

An der umfassenden Studie "Beeinträchtigt studieren" haben sich 2011 in Deutschland 16`000 betroffene Studierende beteiligt - siehe unter www.best-umfrage.de.
Eine wichtige Erkenntnis über die heterogene Gruppe von Studierenden mit Behinderung ist die Tatsache, dass zwischen dem Schweregrad der "Funktionsbeeinträchtigung" und der erlebten Beeinträchtigung im Studium und somit dem Unterstützungsbedarf nur selten ein direkter Zusammenhang besteht. Weitere relevante Ergebnisse:

  • bei 94% der Studierenden ist die Beeinträchtigung auf den ersten Blick nicht sichtbar
  • 60% berichten über starke und sehr starke beeinträchtigungsbedingte Studienerschwernisse
  • 46% haben Schwierigkeiten mit der regelmässigen Teilnahme an Veranstaltungen

Um welche Beeinträchtigungen geht es?

Eine Beeinträchtigung der Mobilität, des Hör-, Seh- oder Sprechvermögens, eine chronische oder psychische Krankheit, eine spezifische Beeinträchtigung wie Dyslexie, Asperger- oder Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom kann unter Umständen die Partizipation der Betroffenen zum Studium erschweren  vergleiche Disability Statement.